Gründen und Betrieb

Werkzeug-Grundausstattung für den Hausmeisterservice

Was in den Wagen gehört — nach Einsatzbereich, mit der Grenze zum Elektrohandwerk und dem Beleg, der zum Werkzeug gehört.

Kurz gesagt

Die Grundausstattung eines Hausmeisterservice richtet sich nach den vier Einsatzbereichen Sanitär-Kleinreparatur, Elektro im erlaubten Rahmen, Außenanlage und Winterdienst – nicht nach einer Liste aus dem Baumarkt. Bei Elektro gilt die Grenze aus § 13 Absatz 2 NAV und DGUV Vorschrift 3: Arbeiten an der Hausinstallation sind eingetragenen Installateurbetrieben vorbehalten, deine eigenen Geräte musst du regelmäßig prüfen lassen. Kaufe in der Reihenfolge, in der die Objekte es verlangen.

Nach Einsatzbereich, nicht nach Regal

Wer mit einem leeren Transporter startet, kauft entweder zu viel oder das Falsche. Besser: Du gehst deine ersten Objekte und ihr Leistungsverzeichnis durch und leitest daraus ab, was wirklich gebraucht wird. Ein Betrieb mit drei Wohnanlagen ohne Außenfläche braucht keinen Rasenmäher; einer mit Tiefgaragen braucht einen Nasssauger. Die Listen unten sind nach Einsatzbereich geordnet und bewusst ohne Marken und Preise – welche Qualität du brauchst, hängt davon ab, ob ein Werkzeug täglich oder zweimal im Jahr in der Hand liegt.

Allgemein: was an jedem Objekt gebraucht wird

  • Werkzeugkoffer mit Schraubendrehersatz (Schlitz, Kreuz, Torx), Zange, Seitenschneider, Maulschlüsselsatz, Inbus, Cuttermesser, Zollstock, Wasserwaage
  • Akku-Bohrschrauber mit zwei Akkus und Bitsatz, Steinbohrer, Holzbohrer
  • Stehleiter in sicherer Ausführung für Treppenhausleuchten und Rauchwarnmelder
  • Kopflampe, Handlampe, Verlängerungskabel mit Kabeltrommel
  • Schlüsselorganisation: beschriftete Schlüsselringe, verschließbarer Kasten im Fahrzeug

Sanitär-Kleinreparatur

  • Rohrzange, Wasserpumpenzange, Siphonschlüssel
  • Saugglocke und Spirale für Abflüsse
  • Dichtungssortiment, Hanf und Dichtpaste, Teflonband
  • Eimer, Lappen, Aufnehmer – bei jedem Siphon

Die Grenze: Tropfender Siphon, verstopfter Abfluss, Perlator wechseln sind kurz erlernbare Handgriffe. Rohrleitungen verlegen, Armaturen an der Versorgung ersetzen oder Heizkörper tauschen gehört zum Installateur- und Heizungsbauerhandwerk (Anlage A Nummer 24 HwO) – wo die Linie im Einzelfall verläuft, erklärt Was darf ein Hausmeister?.

Elektro: nur, was ohne Fachbetrieb erlaubt ist

§ 13 Absatz 2 Satz 4 und 5 NAV — Elektrische Anlage

Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden; im Interesse des Anschlussnehmers darf der Netzbetreiber eine Eintragung in das Installateurverzeichnis nur von dem Nachweis einer ausreichenden fachlichen Qualifikation für die Durchführung der jeweiligen Arbeiten abhängig machen. Mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung einschließlich der Messeinrichtung gilt Satz 4 nicht für Instandhaltungsarbeiten.

Niederspannungsanschlussverordnung, amtliche Fassung, gelesen am 07.10.2026 · Satz 2 desselben Absatzes bestimmt, dass die Anlage nur nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, erweitert, geändert und instand gehalten werden darf
DGUV Vorschrift 3, § 3 Absatz 1 — Grundsätze

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instand gehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden.

Unfallverhütungsvorschrift Elektrische Anlagen und Betriebsmittel, gelesen am 07.10.2026

Zusammengenommen heißt das: Errichten, Erweitern und Ändern der Hausinstallation ist Sache eines eingetragenen Installateurbetriebs; Errichten, Ändern und Instandhalten verlangt eine Elektrofachkraft. Was für einen Hausmeister ohne Elektroausbildung bleibt, sind Tätigkeiten, die keine Arbeit an der Anlage sind: Leuchtmittel wechseln, Bewegungsmelder-Einstellungen ändern, eine steckerfertige Leuchte anschließen, Sicherungen nach Auslösung wieder einschalten und die Ursache melden. Steckdosen und Schalter tauschen, Leuchten fest anklemmen oder Leitungen verlegen gehört nicht dazu – auch nicht „nur schnell“. Fürs Werkzeug bleibt damit wenig: Spannungsprüfer, Leuchtmittelsortiment je Objekt, Leuchtmittelwechsler für hohe Decken.

Deine eigenen Elektrogeräte musst du prüfen lassen

Bohrschrauber, Kabeltrommel, Hochdruckreiniger, Laubbläser: Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel müssen nach § 5 DGUV Vorschrift 3 wiederkehrend geprüft werden – auch im Ein-Mann-Betrieb mit Minijobber. Welche Fristen gelten und wer prüfen darf, steht auf der Seite Elektrogeräte prüfen.

Außenanlage und Grünpflege

  • Besen (Straßenbesen und Handfeger), Schaufel, Laubrechen, Laubsäcke
  • Rasenmäher und Trimmer, Heckenschere – Akku oder Benzin je nach Fläche
  • Gartenschere, Astschere, Handsäge
  • Schubkarre, Mülltonnen-Schlüssel, Handschuhe
  • Hochdruckreiniger für Tiefgaragen, Mülltonnenplätze und Gehwege

Welche Geräte sich für welche Fläche eignen, behandelt Grünpflege im Praxis-Hub.

Winterdienst

  • Schneeschieber (Kunststoff für Pflaster, Alu für große Flächen), Eiskratzer, Streuwagen
  • Streugut nach den Vorgaben der jeweiligen Gemeinde – viele Satzungen beschränken Salz
  • Warnkleidung, wenn du am Straßenrand oder in der Dämmerung arbeitest (Arbeitskleidung)
  • Einsatzplan und Nachweis: wer wann wo geräumt hat – der Beleg im Haftungsfall

Was die Gemeindesatzungen zu Streugut sagen und wer bei einem Sturz haftet, steht unter Winterdienst und Streugut und Winterdienst und Haftung.

Kaufen: Baumarkt-Kategorie statt Einzelmodell

Wir nennen keine Modelle, weil die Haltbarkeit eines Werkzeugs vom Einsatz abhängt und wir keine Werkzeuge prüfen. Zwei Einstiege, die zur Liste oben passen:

Der Beleg gehört zum Werkzeug

Jeder Kauf aus dieser Liste ist eine Betriebsausgabe nach § 4 Absatz 4 EStG – aber nur mit Beleg, und Buchungsbelege sind nach § 147 Absatz 3 AO acht Jahre aufzubewahren. Der Kassenbon aus dem Baumarkt ist Thermopapier und nach zwei Sommern im Handschuhfach unlesbar. Fotografier ihn, bevor du vom Parkplatz fährst.

Dieser Abschnitt gibt den Stand unserer Recherche wieder und ist keine Rechtsberatung. Er ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls; verbindliche Auskunft gibt eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt. Genannte Gerichtsentscheidungen sind Einzelfälle.

Stand: 7. Oktober 2026 · Wir aktualisieren diese Seite, wenn sich die Rechtslage oder die Datenlage ändert.

Häufige Fragen

Was braucht ein Hausmeister als Grundausstattung?

Einen Werkzeugkoffer mit Schraubendrehern, Zangen und Schlüsselsatz, einen Akku-Bohrschrauber, eine Stehleiter, Lampe und Kabeltrommel – dazu je nach Objekten Sanitärwerkzeug, Grünpflegegeräte und Winterdienstausrüstung. Die Liste oben ist nach Einsatzbereich geordnet.

Darf ein Hausmeister Steckdosen und Lampen anschließen?

Leuchtmittel wechseln und steckerfertige Leuchten anschließen ja. Steckdosen, Schalter oder fest angeschlossene Leuchten gehören zur elektrischen Anlage: Nach § 13 Absatz 2 NAV dürfen daran nur eingetragene Installateurbetriebe arbeiten, nach DGUV Vorschrift 3 nur Elektrofachkräfte.

Muss ich mein Werkzeug prüfen lassen?

Elektrische Betriebsmittel ja: § 5 DGUV Vorschrift 3 verlangt wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher Geräte. Handwerkzeug ohne Strom unterliegt keiner Prüfpflicht, aber der allgemeinen Pflicht, nur sichere Arbeitsmittel bereitzustellen.

Kann ich das Werkzeug von der Steuer absetzen?

Ja, als Betriebsausgabe nach § 4 Absatz 4 EStG, sofern es betrieblich veranlasst ist. Den Beleg musst du acht Jahre aufbewahren (§ 147 Absatz 3 AO) – ob sofort oder über mehrere Jahre abgeschrieben wird, hängt vom Kaufpreis ab und ist Sache deines Steuerberaters.

Quellen

Diese Seite stützt sich auf die folgenden Quellen. Alle Angaben wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gegen den dort dokumentierten Stand geprüft.

  1. Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), § 13 — Elektrische Anlage
    https://www.gesetze-im-internet.de/nav/__13.html
  2. DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“, § 3 Grundsätze und § 5 Prüfungen (Unfallverhütungsvorschrift)
    https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-vorschriften/1008/elektrische-anlagen-und-betriebsmittel
  3. Handwerksordnung (HwO), Anlage A — Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke
    https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html
  4. Handwerksordnung (HwO), § 1 — Zulassungspflichtige Handwerke, wesentliche Tätigkeiten
    https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/__1.html
  5. Einkommensteuergesetz (EStG), § 4 Absatz 4 — Betriebsausgaben
    https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html
  6. Abgabenordnung (AO), § 147 — Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen
    https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__147.html

Quellenauswahl nach fester Redaktionsregel: Gesetze, Normen, Behörden und Forschung zuerst. Normen zitieren wir mit Nummer und Ausgabestand ohne Link. Rechtslagen belegen wir mit der amtlichen Fassung, Prüfintervalle mit der Vorschrift oder der Norm, die sie vorgibt. Shops, Vergleichsportale und andere Ratgeberseiten verlinken wir nicht – wer verkauft oder selbst um dieselben Suchergebnisse konkurriert, belegt keine Tatsache.